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SONATE g-moll BWV 1029
Johann Sebastian Bach
SONATE g-moll BWV 1029
Ausgabe für 2 Flöten (Flöte/ Violine, Flöte/ Gambe, Flöte/ Viola, Flöte/ Violoncello) und Basso continuo
Eingerichtet von Richard Müller-Dombois
Menge:


21,00 €
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Der Gedanke, die Gambensonate BWV 1029 in eine Fassung für zwei Melodieinstrumente und Basso continuo zu bringen, lag aus drei Gründen besonders nahe. zunächst ist sie ein herausragendes StUck Bach'scher Kammermusik, welches von vielen Cellisten zugunsten der Solosuiten in bemerkenswerter Weise vernachlässigt wird (die Viola da gamba erklingt im allgemeinen Musikleben ohnehin sehr selten). Sodann kommt die polyphone Struktur der Stimmen in dieser Form plastischer heraus als in der Originalgestalt, was in der besonderen Beschaffenheit der Sonate begründet sein mag. Und drittens gibt die bekannte Parallelität der Gambensonate G-Dur BWV 1027 mit der Triosonate für 2 Flöten und B. c. G-Dur BWV 1039 die beruhigende Gewißheit, daß mit einer derartigen Übertragung nicht "wider den Geist gesündigt" wird. Im übrigen geht aus den sorgfältigen Untersuchungen Hans Eppsteins (Studien über j. S. Bachs Sonaten für ein Melodieinstrument und obligates Cembalo, Uppsala 1966) zur Genüge hervor, daß der Gambenfassung auch in diesem Falle ursprünglich eine '- verschollene - Triofassung vorausgegangen ist: "Unmittelbar dürfte G/g aus einer Triosonate mit zwei Violinen vom Typ des 'Kammer konzerts' hervorgegangen sein..." (S. 122). Ulrich Siegele (Kompositionsweise und Bearbeitungstechnik in der lnstrumentalmusik j. S. Bachs, Tübingen 1957) glaubt sogar als Urgestalt der Sonate ein Konzert für zwei Flöten mit Streicherbegleitung ausmachen zu können. Beide Hypothesen sind somit geeignet, dem chronischen Verlangen der Flötistenwelt nach kompositorischen Meister-' werken innere Rechtfertigung zu verleihen. In dem sicherlich häufigen und durchaus legitimen Falle, in dem die Sonate in der Besetzung Fl./VI., Fl./Gambe, Fl./Vla. oder Fl./Vic. gespielt werden soll, wobei dann die tiefen Instrumente jeweils an die SteIle der 11. Flöte treten, können folgende Takte in der 1. Flöte um eine Oktave nach unten transportiert werden. Erster Satz T. 35 (2. Achtel) bis T. 36 (7. Achtel); Dritter Satz T. 24 (5. Achtel) bis T. 28 (l. Achtel) sowie T. 103 (5. Achtel) bis T. 107 (7. Sechzehntel). Als Continuo- Instrument empfiehlt sich in diesen Fällen der Kontrabaß. Bei der Herausgabe der Sonate innerhalb der BGA (1860) lag das Autograph noch vor, ist jedoch heute verschollen. Die Neue Bach-Ausgabe (1984) benutzt als Quelle die Abschrift aus dem Besitz J. N. Forkels (Bibliothèque nationale, Paris). An diese Ausgabe hält sich die vorliegende Übertragung. Wie unbekümmert und inkonsequent sogar ein Bach, der sich bekanntlich die Kritik mancher Zeitgenossen wegen der zeitunüblichen genauen Fixierung des auszuführenden Textes zuzog, gerade im Hinblick auf den Artikulationskomplex verfährt, ist an dieser Ausgabe einmal mehr abzulesen. So ist seitens der Ausführenden auch hier, wie überall bis weit in die Werke der Klassik hinein, immer wieder die Sinnfrage zu stellen und entsprechend zu ergänzen und zu charakterisieren. Die Kenntnis der Grundregeln "richtigen" Artikulierens vorausgesetzt kann es nur darum gehen, als Interpret die musikalischen Gedankengänge des Komponisten dem Hörer so deutlich wie möglich vor Ohren zu fuhren; sklavische Befolgung der notierten Artikulationen bzw. Nichtausführung der nicht notierten Artikulationen würde immer wieder zu Mißverständnissen führen. Diese "Arbeit" nicht zu scheuen, gehört zu den Pflichten (und Rechten) der ausfahrenden Musiker, wobei auch die Tatsache der spezifischen "instrumentengerechtigkeit" gewisser Artikulationen eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Aus diesem Grunde war es nötig, einen Notentext zur Verfügung zu stellen, der das vom Komponisten - und sofern das nicht möglich ist - vom Kopisten Geschriebene mit aller Sorgfalt im Druck wiedergibt.
Detmold, im März 1989
Richard Müller-Dombois