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Fantasie D-Dur
UELZENER KUHLAU-EDITION
BAND 13
Friedrich Kuhlau
Fantasie D-Dur
für Flöte Solo
OPUS 38 Nr.1
Herausgeber:
Prof. Dr. Richard Müller-Dombois
in Verbindung mit der
Stadt Uelzen
Menge:


16,00 €
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Zur Edition

Die wissenschaftlich-praktische Gesamtausgabe der Flötenwerke Friedrich Kuhlaus (1786 Uelzen – 1832 Kopenhagen) soll die in verschiedenen Verlagen erschienenen Kompositionen dieses für die Flötistenwelt nicht zuletzt aufgrund seiner außergewöhnlichen Besetzungsvielfalt so besonders wichtigen Komponisten erstmals unter einem Dach zusammenfassen. Leitgedanke ist dabei eine Werkausgabe, die historisch-kritischen Gesichtspunkten im Sinne wissenschaftlicher Exaktheit wie auch musikalisch-praktischen Anforderungen im Sinne fehlerbereinigter Textausgaben optimal entspricht. Entscheidend für den ersten Gesichtspunkt sind die Vorworte und Kritischen Berichte, die jeweils jeder Ausgabe beigefügt werden. Für den zweiten Aspekt ist der Vergleich möglichst aller erreichbaren früheren Ausgaben maßgeblich, wobei die sogenannten Primärquellen in Gestalt der Frühdrucke besonderes Gewicht beanspruchen müssen, da Original-Manuskripte des Komponisten in so gut wie kaum einem Falle erhalten sind, was neben der zeitüblichen Unbekümmertheit der Verleger im Umgang mit den Vorlagen ihrer Autoren auch mit der verheerenden Brandkatastrophe von 1831 zusammenhängt, die den Komponisten existenziell so hart traf, dass er im Jahr darauf verstarb.

Für die Gesamtausgabe gilt grundsätzlich die Arbeits-Maxime des Herausgebers, dass die bisherigen Fehler und Ungenauigkeiten nur noch in den Kritischen Berichten auftauchen, der Notentext jedoch einwand- und zweifelsfrei für die musikalische Praxis zur Verfügung stehen soll.

Ausdrücklicher Dank gebührt der Stadt Uelzen, die diese Gesamtausgabe ermöglicht und damit ihren Ruf als „Mekka“ und „Hauptstadt der internationalen Flötistenzunft“ neben dem seit vielen Jahren durchgeführten Internationalen Flöten-Wettbewerb Friedrich Kuhlau um einen weiteren gewichtigen Eckpfeiler ihres inzwischen weltweiten Renommees als Kuhlau-Stadt aufs Sinnvollste ergänzt. Dank gesagt sei aber auch der Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg sowie dem Lüneburgischen Landschaftsverband, die mit einem ansehnlichen Betrag das Erscheinen des vorliegenden Bandes unterstützt haben.

The Series

Friedrich Kuhlau´s compositions for flute, which have been published by various companies at different times, will be united in a musicological and practical complete edition for the first time. The work of Kuhlau is particularly important for flutists because of the exceptional variety in instrumentation used by the composer. The central theme of this endeavor is to present a series which optimally presents the historical and critical aspects of the piece from a sound musicological perspective as well as providing a musical text for practical use in which all mistakes have been corrected. The prefaces and critical reports which accompany each volume are decisive for the first aspect. For the second aspect, the comparison of as many of the available early editions as possible was decisive. For this we focussed on the so-called primary sources, the early printings. Basically none of the composer´s original manuscripts is available, which has to do with both the nonchalance of publishers in those days as regards the handling of manuscript copy submitted by the authors and with the devastating fire of 1831, which represented such an existential blow to Kuhlau that he died the following year.
For this complete edition, the following work maxim of the editor holds: previous errors and any other imprecision should only be found in the critical reports; the scores which will be presented for musical practice should be flawless and their correctness absolutely certain.

Our express thanks go to the city of Uelzen, Germany, which made the publication of this complete edition possible. Thus, in addition to being considered the “mecca” and “capital of the international guild of flutists” as well as host of the Internationaler Flöten-Wettbewerb Friedrich Kuhlau, another cornerstone has most meaningfully been laid in Uelzen´s international reputation as “Kuhlau´s city”.

Prof. Dr.Richard Müller-Dombois

Translation: Cherryl Sundell



Vorwort

Während die drei bedeutenden Serien op.57, 68 und 95 für Flöte solo ad libitum-Klavierbegleitungen besitzen, sind die drei Fantasien op.38 „echte“ Solostücke. Ihre Entstehung geht auf eine ausdrückliche Bestellung („ohne Begleitung“) des Verlegers Carl Friedrich Peters (1779 – 1827) zurück, den Kuhlau 1821 auf seiner ersten Reise auf dem Wege nach Wien in Leipzig persönlich kennenlernte. Die anschließend in der Donaumetropole komponierten Stücke, von denen die Nummern 1 und 3 dem genius loci in Form von variierten Don Giovanni-Arien in den Finalsätzen ihren Tribut errichteten (die Nummer 2 widmet sich einer Arie des italienischen Komponisten Francesco Bianchi), erschienen im Jahr darauf bei Peters in einem recht sorgfältigen Druck.

Aristide Farrenc in Paris veranstaltete eine Parallelausgabe, der sich Titelauflagen der Verlagsnachfolger Richault und Costallat anschlossen. Neuausgaben brachte der Kasseler Bärenreiterverlag 1958 und die Wiener Universal-Edition 1975 heraus.

Die vorliegende Ausgabe gibt den Text des Erstdrucks unverändert wieder. Sie kann es umso mehr, als vor allem die Artikulationsbezeichnungen außergewöhnlich eindeutig sind: Punkte werden deutlich und einleuchtend von Keilen unterschieden, Bindungen nur dann verzeichnet, wenn wirklich gebunden werden soll. Auch eine sinnvolle Unterscheidung zwischen Kurz- und Langakzenten ist erkennbar. Bei genauer Beachtung gewinnt der Text allein schon dadurch an Plastizität und Sprachfähigkeit, Mittel, die bei einer lebendigen Interpretation unbedingt zur Differenzierung eingesetzt werden sollten. Textabweichungen minimaler Art finden sich im Revisionsbericht.




Preface

While the three eminent series op.57, 68 and 95 for flute solo possess ad libitum piano accompaniments, the three Fantasies op.38 are “real” solo pieces. Their origin goes back to a particular order (“without accompaniment”) by the publisher Carl Friedrich Peters (1779 – 1827), whom Kuhlau got to know personally in Leipzig in 1821 on his first journey on the way to Vienna. The pieces, composed afterwards in the Danube metropolis, which the numbers 1 and 3 pay their tribute to the genius loci in the form of varied Don Giovanni arias in the final parts (the number 2 attend to an aria by the Italian composer Francesco Bianchi) were published in the following year at Peters in a quite careful print.

Aristide Farrenc in Paris published a parallel edition, which was followed by title editions of the french successors Richault and Costallat. New editions were published by the Bärenreiter publishing house of Kassel in 1958 and the Universal-Edition in Vienna in 1975.

The present edition reproduces the text of the first print exactly. This can do it the more as most of all the articulation signs are extraordinarily explicit: Dots are clearly and comprehensible differentiated from wedges, slurs are recorded only, if really slurs should be done. Also an sensible differentiation between short and long accents is visible. With precise attention the text gains alone through this vividness and the ability to speak means, which should absolutely be used for a differentiation at a lively interpretation. Minimal text differences are to be found in the revision report.


Detmold, Mai 2006
Prof.Dr.Richard Müller-Dombois
Translation: Constanze Müller-Dombois